Gastroenterologie
Mittwoch, 17 Februar 2010
Was ist Gastroenterologie?
Die Gastroenterologie ist ein Teilbereich, der zur inneren Medizin gehört und befasst sich mit dem Stellen der Diagnose, der Behandlung sowie der Prävention der Erkrankungen vom Magen-Darm-Trakt. Ebenfalls beschäftigt sich die Gastroenterologie mit den Organen, die mit dem Magen-Darm-Trakt verbunden sind, wie die Bauchspeicheldrüse, Gallenblase und Leber. Auf diesem Gebiet liegen die Schwerpunkte auf der gastroenterologischen Onkologie, Hepatologie und Endoskopie. Solche Erkrankungen können zum Beispiel die entzündlichen Darmerkrankungen Colitis ulceros und Morbus Crohn, Darmerkrankungen wie Zöliakie, Lebererkrankungen wie Hepatitis und Leberzirrhose, Tumore des Verdauungstraktes, Geschwüre wie Duodenalulkus und Magenulkus sein. Ebenfalls zählen die so genannten Funktionsstörungen, wie das Reizdarmsyndrom und die funktionelle Dyspepsie zu einer großen Gruppe der Erkrankungen.
Methoden zur Diagnostik und Behandlung in der Gastroenterologie
Damit die Erkrankungen erst einmal diagnostiziert werden können, wird häufig eine Darm- oder Magenspiegelung vorgenommen. Mit diesen endoskopischen Untersuchungen können auch gleichzeitig kleinere operative Eingriffe vorgenommen werden. Das können unter anderem das Abtragen eines Tumors, das Unterbinden von blutenden Gefäßen oder das Einbringen von Prothesen oder medizinischen Implantaten sein, die verschlossene Anteile des Darms wieder öffnen können. Mit der endoskopisch retrograden Cholangiopankreatikographie, kurz der ERCP, kann der Bauchspeicheldrüsen- oder Gallengang sondiert und im Notfall auch gleich behandelt werden.
Ebenfalls werden bei der Gastroenterologie Ultraschalluntersuchungen, die Sonographie, durchgeführt. Bei den Funktionsstörungen wird es in einigen Fällen nötig, dass die so bezeichneten Funktionsuntersuchungen vorgenommen werden müssen. Zu diesen Untersuchungen zählen die Messungen der Passagezeit, also wie lange eine Substanz benötigt, um durch ein Organ vollständig durchzulaufen, von Dickdarm, Dünndarm und Magen.
Wann und wie die Magenspiegelung anwenden
Die Magenspiegelung wird bei lang anhaltenden Beschwerden des Oberbauchs, bei Schluckbeschwerden, bei öfters auftretendem Sodbrennen, nicht identifizierbaren Durchfällen und bei dem Verdacht auf Magengeschwüre oder Magenkarzinom durchgeführt. Mit Hilfe der Magenspiegelung wird es ermöglicht, das Innere der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms zu sehen. Dabei können gleich kleinere Proben vom Gewebe der Schleimhaut entnommen werden, die dann unter dem Mikroskop untersucht werden. Ebenfalls können bei der Magenspiegelung Polypen oder andere Fremdkörper mit einer Schlinge entfernt werden.
Vor der Untersuchung darf der Patient ungefähr sechs Stunden nichts essen. Da die Magenspiegelung als sehr unangenehm empfunden wird, erhalten die Patienten vorher ein Beruhigungsmittel und werden für die Untersuchung kurz unter Narkose gesetzt. Im Anschluss müssen die Patienten noch zwei Stunden ruhig liegen bleiben und dürfen danach auch nicht am Straßenverkehr teilnehmen. Der Rachen wird für die Magenspiegelung örtlich betäubt, um so dem Würgereiz vorzubeugen oder diesen zumindest zu mindern. Bei einer Magenspiegelung treten in der Regel keine Komplikationen auf.
Wann und wie die Darmspiegelung anwenden
Eine Darmspiegelung kann als Vorsorgeuntersuchung ab dem 55. Lebensjahr durchgeführt werden. Nötig wird die Darmspiegelung bei Blut im Stuhl, bei einem rektalen Blutabgang oder einem so genannten Teerstuhl, bei einem nicht festzulegenden Gewichtsverlust, Tumorsuche oder Metastasen bei einem unbekannten Primär-Tumor, chronisch entzündlichen oder sonstigen entzündlichen Darmerkrankungen, Verstopfungen und / oder Durchfall, sowie Unterbauch- und Mittelbauchbeschwerden. Nach einer Therapie gegen Darmkrebs kann genauso eine Kontrolluntersuchung vorgenommen werden.
Bevor die Darmspiegelung vorgenommen werden kann, wird der Dickdarm entleert, so dass keine Stuhlreste die Untersuchung behindern. Mit Hilfe eines starken Abführmittels, das in der Regel einen Tag zuvor oder mindestens einige Stunden vorher gegeben wird, wird der Darm entleert. Meistens wird dafür eine orthograde Darmspülung verwendet, seltener ist heute der Einlauf. Allerdings wird diese Form der Darmentleerung von vielen Patienten als unangenehm und belastend empfunden.
Auf Wunsch kann ein leichtes Beruhigungsmittel gegeben werden, damit die Untersuchung nicht ganz so unangenehm ist. Häufig wird auch eine kurze Narkose gegeben, so dass der Patient die ganze Untersuchung gar nicht mitbekommt. Die Darmspiegelung dauert im Normalfall ungefähr 25 Minuten, dabei wird die komplette Darmschleimhaut äußerst genau nach krankhaften Veränderungen untersucht.